Der Lotterhof in Geyer ist ein einzigartiges Zeugnis der Renaissancearchitektur im Erzgebirge. Das 1566 von Hieronymus Lotter (1497 – 1580) als Zweitwohnsitz errichtete Herrenhaus steht seit 1936 unter Denkmalschutz. Bis 1990 wurde der Bau auf unterschiedliche Weise genutzt – u.a. war hier im 19. Jahrhundert die „Erste sächsische Waschbretterfabrik C.M. Schürer“ untergebracht.
Nach der politischen Wende 1989/90 konnte der Gebäudekomplex entkernt und das Dach gesichert werden. Verschiedene Initiativen, das Gebäude einer neuen Nutzung zuzuführen, wurden letztlich jedoch nicht realisiert.
Seit 2003 engagiert sich der Förderverein Kulturmeile verstärkt für das architektonisch und historisch bedeutsame Gebäude im Stadtzentrum von Geyer. Mit zahlreichen Benefizveranstaltungen und Führungen u.a. zum Tag des offenen Denkmals konnte der Lotterhof aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und in der Öffentlichkeit auf die Situation aufmerksam gemacht werden. Aus den Einnahmen der Veranstaltungen und mit Hilfe von Fördermittelprogrammen der Denkmalpflege wurden in den letzten Jahren einige wichtige Notsicherungsmaßnahmen finanziert, so dass der unmittelbare Verfall des Denkmals erst einmal gestoppt werden konnte.
Im Jahr 2008 erarbeitete der Verein eine Sanierungs- und Nutzungskonzeption, die eine Mischnutzung des Gebäudes vorsieht. Neben Veranstaltungs- und Ausstellungsräumen sollen auch privat zu mietende Wohn- oder Gewerbeflächen entstehen. Gegenwärtig werden verschiedene Fördermöglichkeiten geprüft.








